|
|
 |
|
 |
 |
 |
|
|
|
|
|
Maxime 13
ALT: Die Instandhaltungsabteilung alleine kann ein erfolgreiches dauerhaftes Instandhaltungsprogramm entwickeln NEU: Ein erfolgreiches dauerhaftes Instandhaltungsprogramm kann nur in Zusammenarbeit von Instandhaltern und den Anlagenbenutzern entwickelt werden
Die vorherige Maxime 12 erinnert uns an die Notwendigkeit das Werkstattpersonal ebenso wie Instandhaltungsmanager in den Prozess der Entwicklung der Instandhaltungsstrategie mit einzubinden. Maxime 13 betrifft etwas das viel öfter eine viel schwierigere Herausforderung in vielen Unternehmen ist - die fast undurchdringbare Teilung zwischen der Funktion Instandhaltung und Produktion. Tatsächlich, wie die erste Maxime in dieser Serie klar macht, ist Instandhaltung alles um sicherzustellen dass eine Anlage weiterhin funktioniert nach den von den Benutzern geforderten Leistungsnormen. In nahezu allen Fällen sind die "Benutzer" die Funktion Produktion oder Betrieb. Das bedeutet, moderne Instandhaltungsstrategie-Entwicklung beginnt mit der Befragung der Benutzer was sie wünschen, unter dem Aspekt Anlagenmanagement-Programme aufzustellen deren einziges Ziel es ist sicherzustellen, dass die Benutzer das erhalten was sie wünschen. Es ist klar, damit das möglich ist muss der Benutzer in der Lage sein genau zu spezifizieren was er fordert. (Wenn diese sich nicht bemühen die gewünschte Leistung für jede Anlage mit der notwendigen Genauigkeit festzulegen, können sie natürlich auch nicht die Instandhaltung für die Lieferung der Leistung verantwortlich machen.) Beide, Benutzer und Instandhalter, müssen sich auch in diesem Stadium davon überzeugen, dass die Anlage von Beginn an in der Lage war die geforderte Leistung zu erbringen. Zusätzlich zur Aussage was sie von der Anlage erwarten, haben Anlagenbediener einen vitalen Beitrag zu leisten für den Rest des Prozesses der Formulierung einer Strategie. Durch die Teilnahme an einer passend ausgerichteten FMEA (Failure Mode and Effekt Analysis - Störungsart und Auswirkungs-Analyse) lernen diese sehr viel über Störungsursachen verursacht durch menschliche Fehler, und somit was sie tun müssen um Ausfälle ihrer Maschinen zu verhindern. Sie spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle bei der Bewertung der Störungsfolgen (Offensichtlichkeit der Störung, tolerierbares Risikoniveau, Auswirkung auf Ausstoß und Produktqualität) und sie haben eine unschätzbare persönliche Erfahrung von den meisten üblichen Warnzeichen von Störungen (speziell diejenigen die durch menschliche Sinne ermittelt werden). Letztendlich hilft die Einbindung in diesen Prozess den Benutzern, viel klarer zu verstehen warum es manchmal notwendig ist die Maschine für Instandhaltung freizugeben, und ebenso warum Bediener mit der Durchführung bestimmter Instandhaltungsmaßnahmen beauftragt werden müssen. Kurz gesagt, von einem rein technischen Gesichtspunkt aus gesehen wird es schnell klar, dass es praktisch unmöglich ist, ein lebensfähiges, dauerhaftes Instandhaltungsprogramm in den meisten industriellen Unternehmen aufzustellen, ohne die Benutzer der Anlagen einzubinden. (Diese Fixierung auf den Benutzer - oder Kunden - ist natürlich der Kern von TQM.) Wenn deren Einbindung auf allen Stufen des Prozesses gewährleistet werden kann, ist diese notorische Barriere schnell dabei zu verschwinden und die zwei Abteilungen beginnen, oft für das allererste Mal, als ein echtes Team zu funktionieren. Zum Anfang
|
|
|
Maxime 14
ALT: Anlagenhersteller haben die besten Voraussetzungen Instandhaltungsprogramme für neue technische Anlagen zu entwickeln NEU: Anlagenhersteller können nur eine begrenzte (aber immer noch wichtige) Rolle spielen bei der Entwicklung von Instandhaltungsprogrammen für neue technische Anlagen
Ein allgemeiner Bestandteil traditioneller Anlagenbeschaffung ist das Beharren darauf, dass der Anlagenhersteller ein Instandhaltungsprogramm liefern soll, als Teil des Liefervertrags für neue Anlagen. Abgesehen von irgendwelchen anderen Dingen bedeutet dies, dass der Hersteller alles weiß was man wissen muss um passende Instandhaltungsprogramme zu erstellen. Tatsächlich sind Hersteller jedoch im günstigsten Fall nicht besser informiert als traditionelle Instandhaltungsplaner betreffend der Betriebsbedingungen der Anlage, gewünschte Leistungsnormen, zusammenhangspezifische Störungsarten und -auswirkungen, Störungsfolgen und die Fähigkeiten der Bediener und Instandhalter des Benutzers. Viel öfter weiß der Hersteller überhaupt nichts über diese Dinge. Als ein Ergebnis sind deshalb Pläne von Herstellern nahezu immer allgemein mit allen Nachteilen wie unter Maxime 11 diskutiert. Anlagenhersteller haben auch andere Kriterien wenn sie Instandhaltungsprogramme definieren (nicht das Geringste davon ist, Ersatzteile zu verkaufen). Noch mehr, sie verpflichten entweder die Ressourcen des Benutzers die Instandhaltung zu machen (in welchem Fall sie nicht dafür zu bezahlen haben, weshalb sie nur wenig Interesse haben das zu minimieren) oder sie bieten sogar an, die Instandhaltung selbst durchzuführen (in welchem Fall sie begründetes Interesse daran haben, so viel wie möglich zu tun). Diese Kombination von äußeren kommerziellen Kriterien und die Ignoranz gegenüber den Betriebszusammenhängen bedeutet, dass Instandhaltungsprogramme, definiert durch Hersteller, dazu tendieren einen hohen Grad an Überinstandhaltung (manchmal so lächerlich) gekoppelt mit massiv überteuerten Ersatzteilen zu enthalten. Die meisten Instandhaltungsprofis sind sich dieses Problems bewusst. Dennoch, trotz unseres Bewusstseins bestehen die meisten von uns weiterhin darauf die Hersteller aufzufordern solche Programme zu liefern um zu akzeptieren, dass diese befolgt werden müssen um die Garantieansprüche aufrecht zu erhalten (und somit binden wir uns selbst vertraglich die Arbeit zu tun, mindestens für die Garantiedauer). Nichts davon soll den Eindruck erwecken die Hersteller führen uns absichtlich in die Irre wenn sie Ihre Empfehlungen zusammenstellen. Tatsächlich tun sie normalerweise ihr Bestes im Zusammenhang mit ihren eigenen Geschäftszielen und mit den Informationen die sie zur Verfügung haben. Wenn überhaupt jemand falsch liegt, so sind es wir - die Benutzer - durch unvernünftige Forderungen an Unternehmen, die nicht in der besten Lage sind diese zu erfüllen. Eine kleine aber wachsende Zahl von Benutzern löst dieses Problem durch Anwendung einer total anderen Vorgehensweise zur Entwicklung von Instandhaltungs-Programmen für neue Anlagen. Dieses beinhaltet die Hersteller zu bitten einen erfahrenen Montagetechniker bereitzustellen der, zusammen mit den Leuten die eventuell die Anlage bedienen und instand halten werden, Instandhaltungsprogramme entwickelt die beide Seiten zufrieden stellen. Für das Anwenden dieser Vorgehensweise sollten Punkte wie Garantien, Copyrights, Sprachen welche die Beteiligten fließend sprechen sollten, technische Unterstützung, Vertraulichkeit und so weiter, im Stadium von Angebot/Vertragsgespräche behandelt werden, so dass jeder weiß was vom Anderen zu erwarten ist. Beachten Sie den Vorschlag eher Montagetechniker / -ingenieure als Konstrukteure zu benutzen (Konstrukteure sind oft überraschend widerstrebend zuzugeben, dass ihre Konstruktion versagen könnte, was deren Möglichkeiten reduziert bei der Entwicklung eines vernünftigen Störungs-Management mitzuwirken). Der Montagetechniker sollte natürlich unbehinderten Zugang zur Unterstützung durch Spezialisten für die Beantwortung schwieriger Fragen haben. Auf diesem Weg gewinnt der Benutzer Zugang zu den nützlichsten Informationen die der Hersteller liefern kann, während der Entwicklung eines Instandhaltungs-Programms welches am direktesten zu den Bedingungen, unter denen die Anlage wirklich benutzt werden wird, passen wird. Der Hersteller mag ein wenig im Verkauf von Ersatzteilen und Instandhaltung verlieren, aber er wird definitiv all die langfristigen Vorteile gewinnen verbunden mit der verbesserten Anlagenleistung, geringere Lebensdauerkosten und einem viel besseren Verständnis der realen Bedürfnisse seines Kunden. Eine klassische Win-Win Situation, d.h. beide Seiten gewinnen. Zum Anfang
|
|
|
|
Maxime 15
ALT: Es ist möglich eine Schnellschuss-Lösung für all unsere Probleme der Instandhaltungseffektivität zu finden NEU: Instandhaltungsprobleme werden am besten in zwei Etappen gelöst: (1.) Verändere die Denkweise der Leute, (2.) bringe sie dazu ihre veränderte Denkweise für technische- / Verfahrens-Probleme anzuwenden - eins nach dem anderen
Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt um die Breite und Tiefe die der Paradigmawechsel der vorhergehenden Absätze beinhaltet zu betrachten, wird es bald klar wie weit die meisten Unternehmen gehen müssen um die neuen Maximen anzuwenden. Dies kann einfach nicht über Nacht geschehen. Trotz allem ermöglicht die mächtigste neue Entwicklungstechnik für Instandhaltungs- Strategien, dass die meisten Benutzer den größten Teil der hier beschriebenen Änderungen in weniger als einem Jahr in die Praxis umsetzen und das damit verbundene Investment innerhalb von Monaten (wenn nicht Wochen) zurückgewinnen. Dennoch, ist die Besessenheit in vielen Geschäftsbereichen so gross was schnelle Ergebnisse betrifft, dass sogar dieses nicht schnell genug ist. Finanzieller, gesetzlicher und Wettbewerbsdruck verschwören sich alle, um die Leute dazu zu bringen dauerhafte Änderungen sofort zu wollen. Ein Ergebnis ist, dass sie dazu tendieren in die letzte und oft trübsinnigste Falle von allen zu treten - das Streben nach Kürzungen. Unglücklicherweise, in der Erfahrung des Autors, ist dieses Streben unveränderlich kontraproduktiv. Erstens kostet die Bestimmung der Kürzungen selbst Zeit - Zeit die verbraucht wird zum Wiedererfinden des perfekt runden Rades, anstatt weiter zu arbeiten bei der Verbesserung der Anlagenleistung. Zweitens enden Kürzungen oft in halb-optimalen Lösungen - so oft wie sie auch in wenig oder gar keiner Änderung resultieren. Tatsächlich sollten Leute, die ein dauerhaftes Instandhaltungsprogramm suchen das allgemeine Unterstützung geniest, nicht aus dem Auge verlieren, dass die Tatsache der Verbesserung eine Reise ist und nicht das Ziel (das Wesen der Kaizen-Philosophie). Im Bereich des Anlagenmanagement bedeutet dies, dass wir uns abwenden von der Suche nach dem goldenen Schuss der all unsere Probleme in einem Augenblick wegbläst - die 1 x 100% Lösung. Erfolg kann so weit wahrscheinlich besser gesichert werden, wenn wir in Formen einer "goldenen Schuss (Zwiebel-) Schale" denken, und wir uns daran machen die Probleme wegzublasen eine Schale (oder eine Störart) nach der anderen - die 1000 x 0,1% Vorgehensweise die praktisch 100% Erfolg garantiert für diejenigen mit der Geduld es zu versuchen. Vielen Dank - und gute Suche! Zum Anfang
|
|
|